Mozarts Geburtshaus

Mozarts Geburtshaus

Getreidegasse 9, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-84 43 13
Fax: +43-662-84 06 93
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 08:30 - 19:00
Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Mozart-Wohnhaus

Mozart-Wohnhaus

Makartplatz 8, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-874227-40
Fax: +43-662-87 42 27 83
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 09:00 - 20:00
Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Stiftung Mozarteum Salzburg

Stiftung Mozarteum Salzburg


Schwarzstr. 26, A-5020 Salzburg
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Großer Saal & Wiener Saal

Mag. Reinhard Haring
Vermietung, Disposition
Tel. +43 (0) 662 889 40 22
E-Mail: haring@mozarteum.at

Bibliotheca Mozartiana

Dr. Armin Brinzing
Bibliotheca Mozartiana (Leitung)
Tel: +43 (0) 662 889 40 13
Fax: +43 (0) 662 889 40 50
E-Mail: brinzing@mozarteum.at

KÜNSTLER UND POLITIKER ÜBER DAS MOZARTEUM

 

Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg
Zum 100-Jahr-Jubiläum des Mozarteums gratuliere ich herzlich. 
Als Landeshauptmann von Salzburg erfüllt es mich mit Stolz und Freude, zu sehen, welchen wichtigen Platz das Mozarteum im internationalen Kulturleben einnimmt. Die Stiftung Mozarteum, deren Büroräume im Gebäude an der Schwarzstraße angesiedelt sind, trägt zum hervorragenden Ruf des Mozarteums in der ganzen (Musik-)Welt bei. 
Aus persönlicher Sicht möchte ich auf die Installation an der Fassade von Sylvie Fleury hinweisen, die für mich seit 2005 die Verbindung von Tradition sowie Moderne und Gegenwart, welche musikalisch hier gepflegt wird, auch optisch ersichtlich macht. Mit dem Großen Saal und dem Wiener Saal beherbergt das Gebäude Konzertsäle, die ich seit meiner Jugend als einzigartig empfinde. Persönlich verbinde ich mit dem Mozarteum einzigartige musikalische Erlebnisse von herausragender Qualität, viele unterschiedliche, ausgezeichnete Künstlerpersönlichkeiten und seit meiner Funktion im Kuratorium der Stiftung Mozarteum Stolz auf dieses Haus und die hervorragende Arbeit, die hier geleistet wird. 
Ich freue mich sehr, dass ich zum 100-Jahr-Jubiläum gratulieren darf und wünsche dem Haus eine erfolgreiche Zukunft! Ad multos annos! 
Heinz Schaden, Bürgermeister der Stadt Salzburg
Salzburg und die Internationale Stiftung Mozarteum sind so etwas wie die „Wiege“ Mozarts – die Stadt als Geburtsort und die Stiftung als Verwalterin und Vermittlerin seines Werkes und der Liebe zur Musik. Eine „Wiege“ braucht natürlich eine Heimstätte: Das Mozarteum ist so eine Heimstätte. Ich bedanke mich bei allen, die dafür Sorge tragen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
Nicolas Altstaedt, Cellist
Die Akustik, die Geschichte und die Energie, welche man schon beim Hochlaufen der Treppen des Künstlereingangs über das Zimmer mit der Végh-Büste bis zum Großen Saal spürt, machen das Mozarteum zu etwas Besonderem. Eine Mischung aus tiefem Respekt und Freude! Man fühlt sich jedes Mal auf einer besonderen Welle getragen und ist inspiriert, sein Bestes zu geben.
Für mich ist das Mozarteum ein Ort der besonderen Begegnung und Inspiration, vom ersten Konzert mit Alexander Lonquich, Carolin und Jörg Widmann bei den Salzburger Festspielen 2008 bis zum ersten Lockenhaus-Konzert im Jahr 2012, wo wir bei John Cages „Living Room“ zum ersten Mal auf einer Bühne vor Konzertbeginn standen, Zeitung lesend und Kaffee trinkend, während sich der Saal füllte. Jedes Konzert im Mozarteum hat etwas in meinem Leben verändert, hier sind im Geiste für die Musik viele enge und fruchtbare Freundschaften entstanden und ich hoffe, dass dies für mich und viele Künstler immer so bleiben wird. 
Daniel Barenboim, Dirigent
Schon als Kind habe ich im Großen Saal des Mozarteums wunderbare Künstler wie Edwin Fischer oder Enrico Mainardi erleben dürfen. Seit meinem ersten Konzert dort 1954 komme ich immer wieder gerne in diesen Saal, der eine wichtige Säule des internationalen Musiklebens ist.
Alfred Brendel, Pianist 
Während meines ersten Besuchs in Salzburg als Siebzehnjähriger öffnete ich manchmal die Tür zum Mozarteum und schaute, wer dort herumging oder die Treppe herunterkam. Dass ich dort oft spielen würde, kam mir nicht in den Sinn. Der Große Saal, den ich besonders liebe, war für mich verbunden mit dem Namen Edwin Fischer, dessen Salzburger Konzerte ich bereits im Radio verfolgt hatte, entzückt, aber auch manchmal beängstigt, wenn sein Temperament mit ihm durchging. Im Jahr 1948 erlebte ich ihn dann an Ort und Stelle, dirigierend und den Flügel elektrisierend, hörte das Fischer-Trio und durfte ihn, ebenfalls im Mozarteum, ein Stück der „Wandererfantasie“ vorspielen, was mich in die Lage versetzte, im nächsten und übernächsten Jahr an seinen Luzerner Meisterkursen teilzunehmen.
Anhand der Mozart-Matinéen Bernhard Paumgartners wuchs meine Vertrautheit mit Mozarts Klavierkonzerten und meine Repertoirekenntnis, zumal der wunderbaren Konzertarien. So erinnere ich mich mit Freude an Renato Capecchis buffonesken Vortrag und an die viele Jahre später – ja erst kürzlich – von Marc Minkowski eingeführte, makellose Sopranistin Julia Lezhneva.
Kaum einen Bruchteil dessen kann ich anführen, wofür ich dem Mozarteum dankbar bin, die Bärenreiter-Ausgabe mit eingeschlossen. Ich stelle mir vor, dass in diesem Haus Mozarts Herz schlägt und hoffe, es wird noch lange schlagen. 
Clemens Hagen, Cellist 
Wir kennen den Großen Saal der Stiftung Mozarteum sowohl als Zuhörer wie auch als ausführende Musiker. Auf beiden Seiten ist es jedes Mal beglückend, in diesem wunderschönen Saal Konzerte erleben zu dürfen.
Architektur, Akustik und Atmosphäre vereinen sich hier auf die allerschönste Art und Weise.
Ein Juwel!
Nikolaus Harnoncourt, Dirigent und Cellist
Während der Salzburger Festspiele 1948 habe ich in einem Unterrichtszimmer des Mozarteums das Violoncello-Konzert von Laló dem Solocellisten der Wiener Philharmoniker, Emanuel Brabec, vorgespielt – da fiel die Entscheidung, Musiker zu werden. Mein Bruder Renatus, Student (Kapellmeister) am Mozarteum, begleitete mich am Klavier.
Die Akustik des Großen Saales fand ich so bedeutend, dass ich, entgegen den Geschäftsinteressen – das Große Festspielhaus bietet fast drei Mal so viele Sitzplätze – darauf bestand, den Beethoven-Zyklus bei den Festspielen im Juli/August 1994 dort zu spielen.
Ein wunderbares Haus, das wunderbare Menschen als Betreiber verdiente.
Heinz Holliger, Oboist, Komponist und Dirigent
Total erschöpft vom Münchener Musikwettbewerb und von zwei Uraufführungen (Klaus Huber und Sándor Veress) kam ich 1961 zum ersten Mal ins Mozarteum, um mit Bernhard Paumgartner das Mozart-Konzert zu spielen. Die Akustik im Großen Saal des Mozarteums ist wunderbar! Obwohl Mozart von Salzburg schändlich behandelt worden ist, bleibt sein Geist immer noch wohlwollend in diesen Mauern.
Ich habe vielfältige Erinnerungen an die verrückten Programme, die wir im Mozarteum gemacht haben, etwa Variationen über Schweizer Kuhreihen, dazwischen „Sonatas and Interludes“ von Cage. Einmal habe ich „Cardiophonie“ dort aufgeführt und Jürg Wyttenbachs Streichquartett „Exécution ajournée“ – ein unglaubliches Stück. Der Cellist schläft beim Etüden-Spielen ein und hat einen Albtraum. Darin treten die anderen Musiker mit alten, schwarzen Geigenkästen auf, wie Särge, und fangen langsam zu spielen an. Das Stück endet mit einem großen Geigensolo. Der Geiger, damals Brenton Langbein, hat ein Sägeblatt am Geigenbogen befestigt und spielt so lange, bis die Geige durchgesägt ist. Dieses Sägeblatt ist am Schluss genau in eine Spalte im Holzboden der Bühne unter dem Podest gefallen. Der Bühnenmeister war ein wunderbarer älterer Mann, ein Original. Jahre später habe ich ihn gefragt, ob das Sägeblatt je gefunden worden sei. Er sagte, es werde wohl erst wieder zum Vorschein kommen, wenn die Bühne einmal abgerissen würde…
Robert Levin, Pianist, Musikwissenschaftler, Komponist
Als Harvard-Student besuchte ich im Sommer 1967 das Mozarteum. Ich hatte mich mit Bernhard Paumgartner im Festspielhaus verabredet, um Rat über meine Mozart-Ergänzungen (Teil meines Bachelor-Abschlusses) einzuholen. Damals konnte man noch das Zauberflöten-Häuschen besuchen. Die unvergleichliche Atmosphäre veranlasste mich, mit meinem Vater (ein überschwänglicher Mozart-Verehrer) ein Jahr später Salzburg erneut zu besuchen. Das sind unvergessliche Erinnerungen!
Der wunderbare Jugendstil, die Intimität der Säle und deren schöne Akustik, das Bewusstsein der Mozart-Tradition, das in jedem Eck des Gebäudes auf rührendste Weise spürbar ist, beeindrucken mich noch immer. Es ist mir eine unvergleichliche Ehre, aus einem damaligen Studentenpilger zum außerordentlichen Privileg gelangt zu sein, auf Mozarts Konzertflügel regelmäßig vortragen zu dürfen beziehungsweise zur Akademie für Mozart-Forschung zu gehören. Der Zauber des Salzburger Lichts und der Umgang mit Mozarts Manuskripten, Briefen und Wohnstätten wirken unbeschränkt tief nach den vielen Jahrzehnten. 
Alexander Lonquich, Pianist
Nach so vielen Konzerterlebnissen im Großen Saal des Mozarteums kann ich eigentlich nur betonen, wie sehr ich mich dort zu Hause fühle. Die Magie der verdeutlichenden, trotzdem runden Akustik, die architektonische Schönheit des Raums, in dem man sich geborgen, aber gleichzeitig der Musik ausgeliefert weiß, sind nicht ersetzbar. Man erlebt alles hautnah, Spielende wie Hörer. Ob mit Orchester (diese eigentümliche Bestuhlung!), nie ohne Transparenz und kammermusikalischem Flair, oder in wirklich kleinen Besetzungen bis hin zum Solorecital: im Transponieren von historisch Gewachsenem in wache, manchmal problematisierende Gegenwärtigkeit darf hier Musikmachen zu der eminent persönlichen Angelegenheit werden, die sie eigentlich immer sein möchte und sollte. 
Im Allgemeinen habe ich etwas gegen auffallend helle Beleuchtung, wie es in diesem Raum meistens der Fall ist, diese Eigenheit trägt aber hier fast immer dazu bei, dass sich Musik und Anwesende noch näher kommen. Dass es aber auch ganz anders geht, habe ich im Mozart-Jahr 2006 erfahren, anlässlich dreier Choreografien auf der Suche nach Verbindungslinien zu Mozartschen Klavierwerken. Der entleerte Zuschauerraum wurde hier zur „Bühne“. Besonders ist mir „das überkreuzen beyder hände“ von und mit Philipp Gehmacher haften geblieben, eine Studie über die vorsichtige Annäherung von Bewegung und Musik, jenseits aller Synchronizität. Als kurz nach dem konzentrierten Anfang das Licht ausgeblendet wurde, spielte ich einen großen Teil der Fantasie KV 475 im Dunkeln, eine von mir in besonderer Raumintimität erlebte Grundlage eines sich dann entwickelnden Dialoges. 
Hic et nunc versus Tradition, der Saal erlaubte ein Geschehenlassen wie kein anderer später mehr. Dankbar bin ich sowieso für die vielen innovativen Programmkonzepte, an denen ich teilnehmen durfte. Und dankbar auch für vieles wie sorgenfreies Gestalten in eher „klassischem“ Rahmen, wie auch für so manche als wirklich speziell empfundenen Momente im Wiener Saal, zum Beispiel gelegentlich einer spannenden Gegenüberstellung eines Steinways und des Mozart Hammerflügels. Natürlich freue ich mich auf die nächsten Begegnungen im Mozarteum wie ein Kind auf Weihnachten.
Marc Minkowski, Dirigent, Künstlerischer Leiter der Mozartwoche 2013-2017 
Für mich verkörpert das Mozarteum-Gebäude, obwohl ich hier als Künstlerischer Leiter der Mozartwoche inzwischen auch zu Sitzungen weile, natürlich vor allem der Große Saal. Der ist ein wirklich magischer Ort. Ich mag diese sehr besondere Atmosphäre. Das Kaisergelb, die im Luftzug leicht zitternden Lüsterchen, die Jugendstilornamentik, die eigentlich barock anmutet – meine bevorzugte Epoche. Ich kenne kaum einen Saal, in dem man als Künstler so wenig Angst haben muss, weil diese sehr direkte Akustik, den – selten für einen so kleinen Raum – idealen Nachhall hat, einen wirklich umfängt, zum Teil der Aufführung werden lässt. Man spielt förmlich im Publikum. 
Sir Roger Norrington, Dirigent 
I love the intimacy of the Mozarteum Great Hall. It must be so close in volume to the Grosse Redoutendsaal or other Princely Halls in Vienna, where the music of Mozart, Haydn, and Beethoven was first performed. Also to the first Leipzig Gewandhaus, where that of Mendelssohn and Schumann was played. 
The hall is marvellous for small orchestras like my Camerata Salzburg, but also ideal for chamber music. It’s a joy both to play and to listen in. I remember so many delightful occasions with the Camerata: in particular our many “Begegnung” weekends, and the televised Festival series of the six Paris Symphonies of Haydn. Our last concert there together ended in an uproarious account of Mozart’s heavenly “Posthorn”-Serenade. What a joy that was.
A hundred years of a hall in a thousand!
Markus Tomasi, Violinist, Konzertmeister des Mozarteumorchesters Salzburg
Im Alter von zehn Jahren erlebte ich im Mozarteum ein Konzert mit dem Amadeus Quartet und Beethovens op. 9; es folgten in den 1970er-Jahren Konzerte u. a. mit dem Juilliard, Fine Arts, Alban Berg und später Hagen Quartett, Gidon Kremers erster Auftritt 1976 mit Schnittkes Doppelkonzert und Concerto grosso (Alfred Schnittke am Cembalo), Friedrich Gulda, Sering Suk, Thomas Zehetmeier...
Am meisten berührt hat mich wohl, dass ich in diesem herrlichen Ambiente mein(e) Probespiel(e) für das Mozarteumorchester Salzburg gewinnen durfte, wie auch mein Absolventenkonzert 1983 dort zu spielen.
Unvorstellbar, ein größeres Privileg zu haben, als ebendort in den vergangenen 31 Jahren mit den begnadetsten PianistInnen, SängerInnen und GeigerInnen das gesamte Instrumental- und Arien-Repertoire im Rahmen der Mozartwoche und der Festspiel-Matinéen – von Orchesterseite – mitgestalten zu dürfen. 
Jörg Widmann, Klarinettist, Komponist
Meine früheste Erinnerung an das Mozarteum ist ein gemeinsames Konzert von Münchner und Salzburger Studenten im Wiener Saal. 
Der Große Saal der Stiftung Mozarteum ist einer der schönsten Säle der Welt und mir im Laufe der Jahre zu einem der vertrautesten Orte geworden. Die Akustik und Atmosphäre sind traumhaft, große und intime Musikerfahrungen werden hier möglich. Unzählige Male habe ich hier mit wunderbaren Kollegen Mozart, Brahms, Schubert, Schönberg, Bartók und neueste Musik gespielt – die Aura dieses Saales wird immer eine ganz besondere bleiben. 
Die Musik des Hausgottes Mozart ist an kaum einem anderen Ort so heimisch und präsent. Das ist wunderbar und soll so belieben. Aber nur durch das Gegenüber und den Austausch mit der Musik unserer Zeit wird der Saal seine Relevanz behalten und immer wieder aufs Neue belebt werden. Tradition in diesem Sinne zu leben und vorzuleben: das wünsche ich allen Künstlern, Programmgestaltern und nicht zuletzt den Hörern in diesem für die Musik so besonderen und einzigartigen Raum. 
Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg

Zum 100-Jahr-Jubiläum des Mozarteums gratuliere ich herzlich. 

Als Landeshauptmann von Salzburg erfüllt es mich mit Stolz und Freude, zu sehen, welchen wichtigen Platz das Mozarteum im internationalen Kulturleben einnimmt. Die Stiftung Mozarteum, deren Büroräume im Gebäude an der Schwarzstraße angesiedelt sind, trägt zum hervorragenden Ruf des Mozarteums in der ganzen (Musik-)Welt bei. 

Aus persönlicher Sicht möchte ich auf die Installation an der Fassade von Sylvie Fleury hinweisen, die für mich seit 2005 die Verbindung von Tradition sowie Moderne und Gegenwart, welche musikalisch hier gepflegt wird, auch optisch ersichtlich macht. Mit dem Großen Saal und dem Wiener Saal beherbergt das Gebäude Konzertsäle, die ich seit meiner Jugend als einzigartig empfinde. Persönlich verbinde ich mit dem Mozarteum einzigartige musikalische Erlebnisse von herausragender Qualität, viele unterschiedliche, ausgezeichnete Künstlerpersönlichkeiten und seit meiner Funktion im Kuratorium der Stiftung Mozarteum Stolz auf dieses Haus und die hervorragende Arbeit, die hier geleistet wird. 

Ich freue mich sehr, dass ich zum 100-Jahr-Jubiläum gratulieren darf und wünsche dem Haus eine erfolgreiche Zukunft! Ad multos annos! 

Heinz Schaden, Bürgermeister der Stadt Salzburg

Salzburg und die Internationale Stiftung Mozarteum sind so etwas wie die „Wiege“ Mozarts – die Stadt als Geburtsort und die Stiftung als Verwalterin und Vermittlerin seines Werkes und der Liebe zur Musik. Eine „Wiege“ braucht natürlich eine Heimstätte: Das Mozarteum ist so eine Heimstätte. Ich bedanke mich bei allen, die dafür Sorge tragen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Nicolas Altstaedt, Cellist

Die Akustik, die Geschichte und die Energie, welche man schon beim Hochlaufen der Treppen des Künstlereingangs über das Zimmer mit der Végh-Büste bis zum Großen Saal spürt, machen das Mozarteum zu etwas Besonderem. Eine Mischung aus tiefem Respekt und Freude! Man fühlt sich jedes Mal auf einer besonderen Welle getragen und ist inspiriert, sein Bestes zu geben.

Für mich ist das Mozarteum ein Ort der besonderen Begegnung und Inspiration, vom ersten Konzert mit Alexander Lonquich, Carolin und Jörg Widmann bei den Salzburger Festspielen 2008 bis zum ersten Lockenhaus-Konzert im Jahr 2012, wo wir bei John Cages „Living Room“ zum ersten Mal auf einer Bühne vor Konzertbeginn standen, Zeitung lesend und Kaffee trinkend, während sich der Saal füllte. Jedes Konzert im Mozarteum hat etwas in meinem Leben verändert, hier sind im Geiste für die Musik viele enge und fruchtbare Freundschaften entstanden und ich hoffe, dass dies für mich und viele Künstler immer so bleiben wird. 

Daniel Barenboim, Dirigent

Schon als Kind habe ich im Großen Saal des Mozarteums wunderbare Künstler wie Edwin Fischer oder Enrico Mainardi erleben dürfen. Seit meinem ersten Konzert dort 1954 komme ich immer wieder gerne in diesen Saal, der eine wichtige Säule des internationalen Musiklebens ist.

Alfred Brendel, Pianist 

Während meines ersten Besuchs in Salzburg als Siebzehnjähriger öffnete ich manchmal die Tür zum Mozarteum und schaute, wer dort herumging oder die Treppe herunterkam. Dass ich dort oft spielen würde, kam mir nicht in den Sinn. Der Große Saal, den ich besonders liebe, war für mich verbunden mit dem Namen Edwin Fischer, dessen Salzburger Konzerte ich bereits im Radio verfolgt hatte, entzückt, aber auch manchmal beängstigt, wenn sein Temperament mit ihm durchging. Im Jahr 1948 erlebte ich ihn dann an Ort und Stelle, dirigierend und den Flügel elektrisierend, hörte das Fischer-Trio und durfte ihn, ebenfalls im Mozarteum, ein Stück der „Wandererfantasie“ vorspielen, was mich in die Lage versetzte, im nächsten und übernächsten Jahr an seinen Luzerner Meisterkursen teilzunehmen.

Anhand der Mozart-Matinéen Bernhard Paumgartners wuchs meine Vertrautheit mit Mozarts Klavierkonzerten und meine Repertoirekenntnis, zumal der wunderbaren Konzertarien. So erinnere ich mich mit Freude an Renato Capecchis buffonesken Vortrag und an die viele Jahre später – ja erst kürzlich – von Marc Minkowski eingeführte, makellose Sopranistin Julia Lezhneva.

Kaum einen Bruchteil dessen kann ich anführen, wofür ich dem Mozarteum dankbar bin, die Bärenreiter-Ausgabe mit eingeschlossen. Ich stelle mir vor, dass in diesem Haus Mozarts Herz schlägt und hoffe, es wird noch lange schlagen. 

Clemens Hagen, Cellist 

Wir kennen den Großen Saal der Stiftung Mozarteum sowohl als Zuhörer wie auch als ausführende Musiker. Auf beiden Seiten ist es jedes Mal beglückend, in diesem wunderschönen Saal Konzerte erleben zu dürfen.

Architektur, Akustik und Atmosphäre vereinen sich hier auf die allerschönste Art und Weise.

Ein Juwel!

Nikolaus Harnoncourt, Dirigent und Cellist

Während der Salzburger Festspiele 1948 habe ich in einem Unterrichtszimmer des Mozarteums das Violoncello-Konzert von Laló dem Solocellisten der Wiener Philharmoniker, Emanuel Brabec, vorgespielt – da fiel die Entscheidung, Musiker zu werden. Mein Bruder Renatus, Student (Kapellmeister) am Mozarteum, begleitete mich am Klavier.

Die Akustik des Großen Saales fand ich so bedeutend, dass ich, entgegen den Geschäftsinteressen – das Große Festspielhaus bietet fast drei Mal so viele Sitzplätze – darauf bestand, den Beethoven-Zyklus bei den Festspielen im Juli/August 1994 dort zu spielen.

Ein wunderbares Haus, das wunderbare Menschen als Betreiber verdiente.

Heinz Holliger, Oboist, Komponist und Dirigent

Total erschöpft vom Münchener Musikwettbewerb und von zwei Uraufführungen (Klaus Huber und Sándor Veress) kam ich 1961 zum ersten Mal ins Mozarteum, um mit Bernhard Paumgartner das Mozart-Konzert zu spielen. Die Akustik im Großen Saal des Mozarteums ist wunderbar! Obwohl Mozart von Salzburg schändlich behandelt worden ist, bleibt sein Geist immer noch wohlwollend in diesen Mauern.

Ich habe vielfältige Erinnerungen an die verrückten Programme, die wir im Mozarteum gemacht haben, etwa Variationen über Schweizer Kuhreihen, dazwischen „Sonatas and Interludes“ von Cage. Einmal habe ich „Cardiophonie“ dort aufgeführt und Jürg Wyttenbachs Streichquartett „Exécution ajournée“ – ein unglaubliches Stück. Der Cellist schläft beim Etüden-Spielen ein und hat einen Albtraum. Darin treten die anderen Musiker mit alten, schwarzen Geigenkästen auf, wie Särge, und fangen langsam zu spielen an. Das Stück endet mit einem großen Geigensolo. Der Geiger, damals Brenton Langbein, hat ein Sägeblatt am Geigenbogen befestigt und spielt so lange, bis die Geige durchgesägt ist. Dieses Sägeblatt ist am Schluss genau in eine Spalte im Holzboden der Bühne unter dem Podest gefallen. Der Bühnenmeister war ein wunderbarer älterer Mann, ein Original. Jahre später habe ich ihn gefragt, ob das Sägeblatt je gefunden worden sei. Er sagte, es werde wohl erst wieder zum Vorschein kommen, wenn die Bühne einmal abgerissen würde…

Robert Levin, Pianist, Musikwissenschaftler, Komponist

Als Harvard-Student besuchte ich im Sommer 1967 das Mozarteum. Ich hatte mich mit Bernhard Paumgartner im Festspielhaus verabredet, um Rat über meine Mozart-Ergänzungen (Teil meines Bachelor-Abschlusses) einzuholen. Damals konnte man noch das Zauberflöten-Häuschen besuchen. Die unvergleichliche Atmosphäre veranlasste mich, mit meinem Vater (ein überschwänglicher Mozart-Verehrer) ein Jahr später Salzburg erneut zu besuchen. Das sind unvergessliche Erinnerungen!

Der wunderbare Jugendstil, die Intimität der Säle und deren schöne Akustik, das Bewusstsein der Mozart-Tradition, das in jedem Eck des Gebäudes auf rührendste Weise spürbar ist, beeindrucken mich noch immer. Es ist mir eine unvergleichliche Ehre, aus einem damaligen Studentenpilger zum außerordentlichen Privileg gelangt zu sein, auf Mozarts Konzertflügel regelmäßig vortragen zu dürfen beziehungsweise zur Akademie für Mozart-Forschung zu gehören. Der Zauber des Salzburger Lichts und der Umgang mit Mozarts Manuskripten, Briefen und Wohnstätten wirken unbeschränkt tief nach den vielen Jahrzehnten. 

Alexander Lonquich, Pianist

Nach so vielen Konzerterlebnissen im Großen Saal des Mozarteums kann ich eigentlich nur betonen, wie sehr ich mich dort zu Hause fühle. Die Magie der verdeutlichenden, trotzdem runden Akustik, die architektonische Schönheit des Raums, in dem man sich geborgen, aber gleichzeitig der Musik ausgeliefert weiß, sind nicht ersetzbar. Man erlebt alles hautnah, Spielende wie Hörer. Ob mit Orchester (diese eigentümliche Bestuhlung!), nie ohne Transparenz und kammermusikalischem Flair, oder in wirklich kleinen Besetzungen bis hin zum Solorecital: im Transponieren von historisch Gewachsenem in wache, manchmal problematisierende Gegenwärtigkeit darf hier Musikmachen zu der eminent persönlichen Angelegenheit werden, die sie eigentlich immer sein möchte und sollte. 

Im Allgemeinen habe ich etwas gegen auffallend helle Beleuchtung, wie es in diesem Raum meistens der Fall ist, diese Eigenheit trägt aber hier fast immer dazu bei, dass sich Musik und Anwesende noch näher kommen. Dass es aber auch ganz anders geht, habe ich im Mozart-Jahr 2006 erfahren, anlässlich dreier Choreografien auf der Suche nach Verbindungslinien zu Mozartschen Klavierwerken. Der entleerte Zuschauerraum wurde hier zur „Bühne“. Besonders ist mir „das überkreuzen beyder hände“ von und mit Philipp Gehmacher haften geblieben, eine Studie über die vorsichtige Annäherung von Bewegung und Musik, jenseits aller Synchronizität. Als kurz nach dem konzentrierten Anfang das Licht ausgeblendet wurde, spielte ich einen großen Teil der Fantasie KV 475 im Dunkeln, eine von mir in besonderer Raumintimität erlebte Grundlage eines sich dann entwickelnden Dialoges. 

Hic et nunc versus Tradition, der Saal erlaubte ein Geschehenlassen wie kein anderer später mehr. Dankbar bin ich sowieso für die vielen innovativen Programmkonzepte, an denen ich teilnehmen durfte. Und dankbar auch für vieles wie sorgenfreies Gestalten in eher „klassischem“ Rahmen, wie auch für so manche als wirklich speziell empfundenen Momente im Wiener Saal, zum Beispiel gelegentlich einer spannenden Gegenüberstellung eines Steinways und des Mozart Hammerflügels. Natürlich freue ich mich auf die nächsten Begegnungen im Mozarteum wie ein Kind auf Weihnachten.

Marc Minkowski, Dirigent, Künstlerischer Leiter der Mozartwoche 2013-2017 

Für mich verkörpert das Mozarteum-Gebäude, obwohl ich hier als Künstlerischer Leiter der Mozartwoche inzwischen auch zu Sitzungen weile, natürlich vor allem der Große Saal. Der ist ein wirklich magischer Ort. Ich mag diese sehr besondere Atmosphäre. Das Kaisergelb, die im Luftzug leicht zitternden Lüsterchen, die Jugendstilornamentik, die eigentlich barock anmutet – meine bevorzugte Epoche. Ich kenne kaum einen Saal, in dem man als Künstler so wenig Angst haben muss, weil diese sehr direkte Akustik, den – selten für einen so kleinen Raum – idealen Nachhall hat, einen wirklich umfängt, zum Teil der Aufführung werden lässt. Man spielt förmlich im Publikum. 

Sir Roger Norrington, Dirigent 

I love the intimacy of the Mozarteum Great Hall. It must be so close in volume to the Grosse Redoutendsaal or other Princely Halls in Vienna, where the music of Mozart, Haydn, and Beethoven was first performed. Also to the first Leipzig Gewandhaus, where that of Mendelssohn and Schumann was played. 

The hall is marvellous for small orchestras like my Camerata Salzburg, but also ideal for chamber music. It’s a joy both to play and to listen in. I remember so many delightful occasions with the Camerata: in particular our many “Begegnung” weekends, and the televised Festival series of the six Paris Symphonies of Haydn. Our last concert there together ended in an uproarious account of Mozart’s heavenly “Posthorn”-Serenade. What a joy that was.

A hundred years of a hall in a thousand!

Markus Tomasi, Violinist, Konzertmeister des Mozarteumorchesters Salzburg

Im Alter von zehn Jahren erlebte ich im Mozarteum ein Konzert mit dem Amadeus Quartet und Beethovens op. 9; es folgten in den 1970er-Jahren Konzerte u. a. mit dem Juilliard, Fine Arts, Alban Berg und später Hagen Quartett, Gidon Kremers erster Auftritt 1976 mit Schnittkes Doppelkonzert und Concerto grosso (Alfred Schnittke am Cembalo), Friedrich Gulda, Sering Suk, Thomas Zehetmeier...

Am meisten berührt hat mich wohl, dass ich in diesem herrlichen Ambiente mein(e) Probespiel(e) für das Mozarteumorchester Salzburg gewinnen durfte, wie auch mein Absolventenkonzert 1983 dort zu spielen.

Unvorstellbar, ein größeres Privileg zu haben, als ebendort in den vergangenen 31 Jahren mit den begnadetsten PianistInnen, SängerInnen und GeigerInnen das gesamte Instrumental- und Arien-Repertoire im Rahmen der Mozartwoche und der Festspiel-Matinéen – von Orchesterseite – mitgestalten zu dürfen. 

 

Wolfram Tröndle, Bratschist

Ob ein Haus selber Geschichte schreibt – oder beherbergt es doch nur die Geschichten seiner darin wirkenden Menschen?

Es waren immer zwei Stühle vorbereitet im Chorzimmer des Mozarteums in der Schwarzstraße, ein gepolsterter für ihn und ein stabiler Holzstuhl. Auf diesen legte er seinen Geigenkasten, öffnete ihn und zupfte immer zuerst einmal mit dem rechten Daumen über die vier Saiten, bevor er das Prachtstück auspackte – seine Stradivari. Es war Herbst 1977 und wir saßen in der Meisterklasse von Sándor Végh, ein Kreis von treuen Hospitanten, die dem öffentlichen Unterricht folgten. Der Meister war in seinen Mitt-Sechzigern und hatte bereits Generationen von Studenten ausgebildet. Sehr unkonventionell: er kreiste um die Musik, den Schüler, die Spieltechnik, die innere Einstellung, bis er auf den Punkt traf, durch den die Töne des Studenten zu Musik wurden – das konnte dauern, das konnte auch weh tun, und wenn der Durchbruch sich nicht einfinden wollte, konnte der Spieler den Raum auch mal mit Tränen verlassen. Aber Végh spielte auch den Anfang von Mendelssohns Violinkonzert so vor, dass man die Welt und das Instrument vergaß... da war nur Musik.

Das Mozarteum in der Schwarzstraße verlor für die „Hochschule Mozarteum“, wie sie damals hieß, ihre Mittelpunktstellung, ein neues Gebäude wurde gebaut. Végh blieb dem Chorzimmer treu und übersiedelte nicht ins neue Haus.

Und ein Stock höher der „Wiener Saal“. Er ist klein, schmuck und man fühlt sich geborgen hier. Die oben Sitzenden sind eher näher als darüber, und selbst bei nur zwei Dutzend Zuhörern wirkt er nicht leer. Hundertschaften von StudentInnen haben hier ihre Studienwerke vorgetragen, Professoren über Jahrzehnte ihre Klassenabende gestaltet, und auch ich erinnere mich meines Diplomkonzerts.

Vom Chorzimmer übersiedelte Sándor Végh allerdings in den Großen Saal des Mozarteums als Dirigent. Er hatte 1978 die „Camerata Academica des Mozarteums Salzburg“ übernommen und wurde nach einigen Saisonen in der Aula der Universität von der Internationalen Stiftung Mozarteum eingeladen, den Camerata-Abozyklus in ihrem Haus zu spielen. Man kann es nur eine glückvolle Symbiose von Raum und Ensemble nennen, die dann heranwuchs. Denn so wie, um die ganz Großen zu bemühen, der spezifische Klang des Concertgebouw-Orchesters nicht ohne jenes wunderbare Concertgebouw Amsterdam zu denken ist und die Wiener Philharmoniker im Musikvereinssaal in Wien ihren unverwechselbaren Klang schufen, so werkte Sándor Végh über fast zwei Jahrzehnte im Großen Saal des Mozarteums an dem, was man „Camerata-Klang“ und „Camerata-Geist“ nannte.

Es sind die ganz besonderen Proportionen: im Parterre die Beziehung zwischen Tiefe und Breite, der Balkon den Saal rundum einfassend, von den vorderen oberen Logen ein persönlicher Kontakt zur Bühne und selbst von der oberen hintersten Reihe noch das Gefühl, der Musik und den Musikern körperlich nahe zu sein. Dadurch kann im Konzerterlebnis so etwas wie ein familiäres Verhältnis zwischen allen Anwesenden entstehen.

Wenn ich nur an ein Konzert des Hagen Quartetts denke: 850 Hörer, vier Musiker und Beethoven wurde zur reinsten Gegenwart. Ein Streichquartett füllt so wunderbar diesen Raum. Und diese stimmigen Proportionen schaffen eine Behausung, in der durch das Hagen Quartett die Musik und uns zu transzendenten Erlebnissen führen kann.

Mit einem Kammerorchester entsteht dann äußerlich gesehen ein gleichsam größerer Klang. Haydn- und Mozart-Symphonien, die Divertimenti von Mozart finden hier so stimmige Voraussetzungen, dass Végh gerne sagte: „Das Mozarteum ist die Stradivari unter den Konzertsälen“.

Die Kombination aus Holz, Putz und Bestuhlung schafft einen guten Nachhall bei voller Besetzung, ohne Zuhörer dagegen ist der Klang etwas zu hallig. Das ist aber besonders vorteilhaft für die Aufnahmen, ein natürliches Echo ist dem technisch erzeugten immer vorzuziehen. Und so entstanden hier zahlreiche der Mozartschen Divertimenti der Camerata unter Végh und auch Teile der so berührenden Zusammenarbeit mit András Schiff bei allen Mozart-Klavierkonzerten. Nicht nur, dass das „Musizieren“ trotz der Anwesenheit der Mikrofone (Végh: unsere Feinde) immer im Vordergrund stand, der Raum selbst inspirierte und wir konnten uns stets die Anwesenheit unserer Zuhörerfamilie vergegenwärtigen – welch ein Unterschied zu einem Studio!

Wächst die Zahl der Musiker, um die großen Symphonien von Beethoven, gar Brahms oder Schumann aufzuführen, so bedarf es einer besonderen Aufmerksamkeit der Musizierenden. Dieser Saal hat seine Begrenzung, und wenn es vor allem laut ist, wird man damit der Heftigkeit der Beethovenschen Musik nicht gerecht.

Für 850 Zuhörer sind die Flure und das Buffet-Zimmer eher klein gehalten. Und wer in die untere Garderobe zum Pausengespräch ausweicht, verzichtet auf den Charme des oberen Stockwerks. Dieser gewinnt allerdings nochmals, wenn der Wiener Saal ausgeräumt als zusätzlicher Begegnungsraum dient oder ganz superb wird es bei schönem Wetter im kleinen Garten. Bei Sonntagsmorgen-Konzerten ist man sich der Blasmusikständchen aus dem Mirabellgarten sicher. Bei allem Respekt hätte ich als spielender Musiker zwischen Strawinsky und Beethoven lieber etwas Stille. 

Auf der Bühne des Großen Saales des Mozarteums spielt mittlerweile das Mozart Kinderorchester der Stiftung Mozarteum, Altersbegrenzung 12 Jahre. Diese jungen Musikerinnen und Musiker sind Kinder des 21. Jahrhunderts. Geben wir weiter, was wir erhalten haben: die Musik des letzten Jahrhunderts, der letzten Jahrhunderte.

Und welchen Beitrag werden dazu „die Häuser“ leisten? Ich bin sicher, sie schreiben Geschichte. Stein hält lange, überdauert die Generationen und er ist sehr wohl erfüllt von den verklungenen Klängen der Geigen und der Herzen. Steine fassen und bergen uns, wenn nach einer Aufführung der „Verklärten Nacht“ für lange Minuten nur Stille zu hören ist.

Jörg Widmann, Klarinettist, Komponist

Meine früheste Erinnerung an das Mozarteum ist ein gemeinsames Konzert von Münchner und Salzburger Studenten im Wiener Saal. 

Der Große Saal der Stiftung Mozarteum ist einer der schönsten Säle der Welt und mir im Laufe der Jahre zu einem der vertrautesten Orte geworden. Die Akustik und Atmosphäre sind traumhaft, große und intime Musikerfahrungen werden hier möglich. Unzählige Male habe ich hier mit wunderbaren Kollegen Mozart, Brahms, Schubert, Schönberg, Bartók und neueste Musik gespielt – die Aura dieses Saales wird immer eine ganz besondere bleiben. 

Die Musik des Hausgottes Mozart ist an kaum einem anderen Ort so heimisch und präsent. Das ist wunderbar und soll so bleiben. Aber nur durch das Gegenüber und den Austausch mit der Musik unserer Zeit wird der Saal seine Relevanz behalten und immer wieder aufs Neue belebt werden. Tradition in diesem Sinne zu leben und vorzuleben: das wünsche ich allen Künstlern, Programmgestaltern und nicht zuletzt den Hörern in diesem für die Musik so besonderen und einzigartigen Raum.