Mozarts Geburtshaus

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Getreidegasse 9, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-84 43 13
Fax: +43-662-84 06 93
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 08:30 - 19:00
Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Mozart-Wohnhaus

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Makartplatz 8, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-874227-40
Fax: +43-662-87 42 27 83
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 09:00 - 20:00
Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Stiftung Mozarteum Salzburg

Stiftung Mozarteum Salzburg


Schwarzstr. 26, A-5020 Salzburg
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Großer Saal & Wiener Saal

Mag. Reinhard Haring
Vermietung, Disposition
Tel. +43 (0) 662 889 40 22
E-Mail: haring@mozarteum.at

Bibliotheca Mozartiana

Dr. Armin Brinzing
Bibliotheca Mozartiana (Leitung)
Tel: +43 (0) 662 889 40 13
Fax: +43 (0) 662 889 40 50
E-Mail: brinzing@mozarteum.at

Aktuelle Meldungen

03.11. 2010
Veröffentlichung der Studie 'Exchange - Die Kunst, Musik zu vermitteln'

Exchange – Die Kunst, Musik zu vermitteln

Die Stiftung Mozarteum Salzburg präsentiert in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung eine neue Studie zum Thema „Qualitäten in der Musikvermittlung und Konzertpädagogik“.

 Musikvermittlung ist mittlerweile ein fester Bestandteil des europäischen und internationalen Konzertlebens. Inszenierte Konzerte für Kinder, Workshopreihen mit Musikern oder Patenschaften mit Bildungseinrichtungen etablieren sich an Orchestern und Konzerthäusern und formulieren einen neuen Anspruch seitens der Kulturinstitutionen, Verantwortung für die Musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu übernehmen. Durch diese Entwicklung angeregt, wird seit einiger Zeit in der Fachöffentlichkeit die Qualität von Musikvermittlung und Konzertpädagogik diskutiert. Hierbei geht es primär um die Frage, wie Vermittlungsprojekte verbessert und im internationalen Austausch weiterentwickelt werden können. Eine informative Einschätzung von fachlicher Seite fehlt jedoch bislang.

 

Diese Lücke schließt die von der Stiftung Mozarteum Salzburg und der Robert Bosch Stiftung initiierte Studie, welche die Qualität der Vermittlungsangebote an Orchestern und Konzerthäusern erfasst und beleuchtet. Ziel der Studie ist einerseits, einen Überblick über die Qualitätsbegriffe und -kriterien der Akteure in Orchestern und an Konzerthäusern zu erhalten, der Vergleiche im internationalen Maßstab einbezieht. Zum anderen bietet sie einen Fragebogen zur Selbstevaluierung, der Musikvermittlern und Konzertpädagogen in der Reflexion ihrer Arbeit unterstützt. Die Studie möchte dazu beitragen, die Qualität von Projekten der Musikvermittlung zu verbessern und die Diskussion darüber zu vertiefen. Im Rahmen der ca. 150 Seiten umfassenden Studie wurden 40 leitfadengestützte Interviews mit Anbietern und Entwicklern konzertpädagogischer Angebote in Europa und den USA geführt. Sie wird ergänzt durch eine DVD mit 5 Beispielen aus der Praxis. 

 Für Musikvermittler, Intendanten und Pädagogen bietet die Studie „Exchange – Die Kunst, Musik zu vermitteln“ Orientierung und Auswahlhilfe, um Angebote von Orchestern und Konzerthäusern besser beurteilen zu können. „Die größte Qualität an unseren Projekten ist, dass wir Kinder und Jugendliche berühren oder erreichen. Dass man sie – wie es immer so schön heißt – da abholt, wo sie gerade stehen. Wir wollen sie mit unseren Angeboten nicht überrollen, sondern einfach Musik begreifbar machen, im wahrsten Sinn des Wortes,“ resümiert einer der 40 Interviewpartner der Studie, wenn er über die Qualitäten seiner Arbeit als Musikvermittler eines Orchesters nachdenkt.

  

Inhaltliche Verantwortung für die Studie „Exchange – Die Kunst, Musik zu vermitteln“:

Tobias Henn, Leiter Kinder- und Jugendprogramm Stiftung Mozarteum Salzburg
Constanze Wimmer, Anton Bruckner Privatuniversität Linz (beauftragte Autorin der Studie)

 

Die Stiftung Mozarteum Salzburg und die Robert Bosch Stiftung stellen die Studie ab 3. November unter www.kunstdervermittlung.at kostenlos zum Download sowie zur postalischen Bestellung zur Verfügung.

 

Anhang 1: Zusammenfassung der Studienergebnisse:

1. Qualität ist nichts Ruhendes oder Abgeschlossenes, sondern ein Prozess, der sich in der Diskussion und Bewertung der Akteure immer wieder neu präzisiert. Die Arbeit in der Musikvermittlung und Konzertpädagogik unterliegt strukturellen Gegebenheiten vor Ort, dem Charisma und den Erfahrungen der Konzertpädagogen und Musikvermittler, den künstlerischen Qualitäten der beteiligten Ensembles und Kulturschaffenden, der Bereitschaft der Kooperationspartner etc. Dennoch können Parameter herausgefiltert werden, die für alle Befragten Relevanz und Einfluss auf ihre Arbeitsweise haben und sich anhand von Qualitäten in den Zielen, den Strukturen der Institutionen, den Prozessen in der Konzeption und Vermittlung und in den Produkten der Musikvermittlung beschreiben lassen.

 

2. Ziele in der Musikvermittlung beziehen sich auf die grundlegende pädagogische Arbeit, auf das Anliegen, gesellschaftliche Impulse in der Stadt oder Region zu setzen, neue Publikumsgruppen zu erschließen und ein breites Fundament für die künstlerische Arbeit der Orchester bzw. Konzerthäuser zu legen.

 

3. Aus diesen Zielen entwickeln sich Formen der Musikvermittlung wie Konzerte für Kinder oder Workshops an Schulen, Jugendzentren oder Krankenhäusern, die wiederum von drei Qualitäten bestimmt werden:

-                die Strukturqualität, die über die Beschaffenheit der Zusammenarbeit am Haus, die Finanzierung, das Projektmanagement, das Audience Development, die Evaluation und Feedbackkultur sowie Partnerschaften mit Kultur- und Bildungsinstitutionen Aufschluss gibt.

-                die Prozessqualität, die die künstlerische und pädagogische Konzeption bestimmt und partizipative Ansätze für das Publikum und die Teilnehmer ermöglicht.

-                die Produktqualität, an der die künstlerische und pädagogische Durchführung gemessen wird und die darüber Aufschluss gibt, inwieweit Innovationen und Experimente gewagt wurden.

 

4. Darüber hinaus gibt die Studie Aufschluss über die Ausbildungswege und beruflichen Erfahrungen der Musikvermittler und Konzertpädagogen, über die Charakteristika der Institutionen, in denen sie tätig sind und über die Formate, die die gegenwärtige Praxis der Musikvermittlung und Konzertpädagogik in Europa bestimmen.

 

 

Anhang 2: Empfehlungen aus der Studie:

Alle Expertengespräche, Interviews und teilnehmenden Beobachtungen im Zuge der Recherchen machten deutlich, dass der Rückhalt der Leitung für die Etablierung von Musikvermittlung und Konzertpädagogik innerhalb der Institution entscheidend ist.

Musikvermittler und Konzertpädagogen müssen beständig interne und externe PR für ihr Arbeitsfeld betreiben: Innerhalb und außerhalb ihrer Institution gilt es dafür zu sorgen, dass sowohl die Mitarbeiter des Orchesters oder Konzerthauses als auch eine größere Öffentlichkeit im Kulturleben über die Ziele und Projekte der Abteilung informiert sind. Wenn sie dabei tatkräftige Unterstützung aus der Direktion erhalten, verleiht dies den musikvermittlerischen Anliegen und Zielsetzungen auch nach innen und außen Gewicht.

 Orchester und Konzerthäuser haben in den meisten Ländern Europas erkannt, dass sie als neue Partner der Kulturellen Bildung eine besondere Verantwortung dafür tragen, Menschen zu erreichen, die von sich aus keinen Konzertsaal betreten würden. In den deutschsprachigen Ländern gibt es in diesem Bereich Nachholbedarf, wenn es um partizipative Angebote für bildungsferne Schichten, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung geht.

 In der Entstehungsphase der Projekte liegt ein Schlüssel für ihre Qualität. Die gemeinsame konzeptionelle Planung auf Augenhöhe, die Lehrer, Musiker und Musikvermittler gleichermaßen mit einschließt, fördert die Belastbarkeit des Teams für die weiteren Phasen des Projekts. Hier zeichnen sich erste Impulse des Umdenkens weg von fertigen Angeboten hin zu gemeinsam entwickelten Projekten ab, die auf diese Weise nachhaltiger wirken können.

 Die Auseinandersetzung mit Kunst bedeutet auch, unbekanntes Neuland zu erobern und Experimente zu wagen. Die vielfältigen Angebote der Orchester und Konzerthäuser zeichnen sich überwiegend durch bereits bewährte Formen und Herangehensweisen aus – vielleicht bietet die Studie einen Anreiz, sich punktuell auch experimentellen Ansätzen zuzuwenden, um Kinder und Jugendliche gleichermaßen für die Kraft der Kunst und ihre Brüchigkeit zu sensibilisieren.

 

Kontaktdaten der inhaltlich Verantwortlichen:

 Tobias Henn, Leiter Kinder- und Jugendprogramm Stiftung Mozarteum Salzburg
Schwarzstr. 26, A-5020 Salzburg, Tel +43 (0) 662 889 40 23, Mail: henn@mozarteum.at

Constanze Wimmer, Anton Bruckner Privatuniversität Linz (beauftragte Autorin der Studie)
Wildbergstr. 18, 4040 Linz, Mobil: +43 (0) 676 – 7506474, Mail: c.wimmer@bruckneruni.at


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