Mozarts Geburtshaus

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Getreidegasse 9, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-84 43 13
Fax: +43-662-84 06 93
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 08:30 - 19:00
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Mozart-Wohnhaus

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Makartplatz 8, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-874227-40
Fax: +43-662-87 42 27 83
mozartmuseum@mozarteum.at

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Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 09:00 - 20:00
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Stiftung Mozarteum Salzburg

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Schwarzstr. 26, A-5020 Salzburg
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Großer Saal & Wiener Saal

Mag. Reinhard Haring
Vermietung, Disposition
Tel. +43 (0) 662 889 40 22
E-Mail: haring@mozarteum.at

Bibliotheca Mozartiana

Dr. Armin Brinzing
Bibliotheca Mozartiana (Leitung)
Tel: +43 (0) 662 889 40 13
Fax: +43 (0) 662 889 40 50
E-Mail: brinzing@mozarteum.at

Aktuelle Meldungen

06.03. 2017
Zum 175. Todestag von Constanze Nissen, geb. Weber, Witwe Mozarts am 6. März 2017

Wolfgang Amadé Mozart schrieb am 15. Dezember 1781 an seinen Vater:

sie ist nicht hässlich, aber auch nichts weniger als schön. – ihre ganze schönheit besteht in zwey kleinen schwarzen augen, und in einem schönen Wachsthum. Sie hat keinen Witz, aber gesunden Menschenverstand genug, um ihre Pflichten als eine frau und Muter erfüllen zu können. Sie ist nicht zum aufwand geneigt, das ist grundfalsch. – imgegentheil ist sie gewohnt schlecht gekleidet zu seyn. […] das ist wahr, daß sie gerne Nett und reinlich, aber nicht propre gekleidet wäre. – und das Meiste was ein frauenzimmer braucht, kann sie sich selbst machen. sie frisirt sich auch alle Tage selbst. – versteht die hauswirthschaft, hat das beste herz von der Welt – ich liebe sie, und sie liebt mich vom herzen? – sagen sie mir ob ich mir eine bessere frau wünschen könnte?

Als Constanze Weber (5. Jänner 1762 – 6. März 1842) am 4. August 1782 im Wiener Stephansdom Wolfgang Amadé Mozart heiratet, liegen bewegte Monate hinter ihnen. Die Mutter und der Vormund Constanzes hatten Mozart einen Heirats-Kontrakt unterschreiben lassen (den Constanze zerrissen hatte) und in Sorge um die Unbescholtenheit der Tochter fast die Polizei eingeschaltet. Leopold Mozarts von seinem Sohn immer wieder erbetene Heiratserlaubnis traf erst am Tag nach der Hochzeit ein. Dennoch hatte Mozart in dieser Zeit mit dem Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ seinen ersten großen Durchbruch als Opernkomponist in Wien gefeiert.

Constanze Weber wird am 5. Jänner 1762 als Tochter des Franz Fridolin Weber und der Maria Cäcilia Stamm in Zell im Wiesenthal bei Freiburg im Breisgau geboren. Ihr Vater ist zunächst respektabler „Amtmann“, muss aber nach gerichtlich ausgetragenen Streitigkeiten seinen Posten aufgeben und bringt die Familie fortan als Sänger, Souffleur und Kopist durch. Die gesamte Familie ist musikalisch: Die Schwestern Aloysia und Josepha werden bekannte Primadonnen, ihr Cousin ist Carl Maria von Weber. Auch Constanze dürfte als Sängerin nicht unbegabt gewesen sein, denn eine der (gar nicht einfachen) Sopranpartien von Mozarts c-Moll Messe ist für sie geschrieben. Auch nach Mozarts Tod steht sie zwischen 1791 und 1797 u.a. in Wien (Kärnthnerthor-Theater), Leipzig (Gewandhaus), Berlin (Königliches Opern-Theater), Linz und Prag (Nationaltheater) als Sängerin auf der Bühne. Ihre Liebe zu Fugen, von der Mozart seiner Schwester im April 1782 berichtet, zeugt jedenfalls von einem überdurchschnittlichen Musikverständnis.

Den Briefen Mozarts an seine Frau nach zu urteilen, scheint das Verhältnis der Eheleute gut gewesen zu sein.  Zwischen 1783 und 1791 werden sechs Kinder geboren, von denen zwei Söhne, Carl Thomas (1784–1858) und Franz Xaver Wolfgang (1791–1844) die frühe Kindheit überleben. In dieser Zeit ist Constanze immer wieder ernsthaft krank und sucht Linderung im Kurort Baden bei Wien: Diese Kuren waren vielleicht einer der Gründe für die namhaften Schulden, mit denen sie nach Mozarts Tod belastet war.

Unter dem Einfluss ihres zweiten Ehemanns, des dänischen Diplomaten Georg Nikolaus Nissen (1761­–1826), entwickelt sie sich zur umsichtigen und geschäftstüchtigen Verwalterin des Nachlasses Mozarts. Mit Nissen lässt sie sich, nach Jahren in Kopenhagen, im Sommer 1824 in Salzburg nieder. Nissen arbeitet auch hier an seiner Biographie W. A. Mozarts, deren Vollendung und Verbreitung Constanze nach seinem Tod organisiert.

Am 12. August 1835 erschien in der „Salzburger Zeitung“ ein Aufruf zur Errichtung eines Mozart-Denkmals. 1836 bildete sich aus dem Vorstand der Gesellschaft „Museum“ ein „Mozart-Comité“, 1841 schließlich der „Dom-Musik-Verein und Mozarteum“, der die Vorbereitung und Durchführung der Feier zur Enthüllung des Mozart-Denkmales übernimmt.[1] 

Constanze Nissen ist dem Verein verbunden: Sie bringt Vorschläge ein, die nicht immer verwirklicht werden, empfiehlt ihren Sohn Franz Xaver Wolfgang für die Kapellmeisterstelle und spendet Musikalien und Geld. Die großen Feierlichkeiten zur Aufstellung des Mozart-Denkmales erlebt sie nicht mehr. Am 6. März 1842, wenige Tage nachdem das erste Modell für das Standbild eingetroffen ist, stirbt sie 80jährig. Da ihre beiden Söhne nicht in Salzburg weilen, übernimmt es der „Dommusikverein und Mozarteum“, die Witwe Mozarts am 8. März 1842 würdig zu begraben. Die „Salzburger Zeitung“ berichtete:

Auf dem St. Sebastiankirchofe angelangt, wurde nach Beendigung der kirchlichen Feierlichkeiten bei dem Grabe der Verblichenen ein von dem Capellmeister Taux componirter vierstimmiger Gesang executirt, welcher, in melodiöser wie harmonischer Rücksicht gleich ausgezeichnet, durch seine edle Einfachheit und seelenvolle Innigkeit die mächtigste Rührung unter allen Anwesenden hervorbrachte. Zum Schlusse wurde noch in der Kirche das Regina coeli nach Abbè Stadlers Composition in würdigster Weise gesungen.

Am folgenden Tage fand in der St. Sebastiankirche ein feierlicher Trauer-Gottesdienst statt, [...]. Das Orchester und der Gesangchor des Dommusikvereines executirte dabei mit ausgezeichneter Präcision das von Mozart gedichtete Requiem.[2]

 


[1] Für die Ausführungen bezüglich des Mozart-Denkmals vlg. „Die Brüder Mozart bei der Denkmalsenthüllung in Salzburg 1842“ in Walter Hummel, W. A. Mozarts Söhne, Kassel u. Basel, 1956, S. 183-195

[2] Kaiserlich Königlich privilegirte Salzburger Zeitung Nro. 50, Freitag, den 11. März 1842

Bild: Constanze Mozart, geb. Weber, Ölbild von Hans Hansen, Wien 1802


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