Mozarts Geburtshaus

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Getreidegasse 9, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-84 43 13
Fax: +43-662-84 06 93
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 08:30 - 19:00
Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Mozart-Wohnhaus

Mozart-Wohnhaus

Makartplatz 8, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-874227-40
Fax: +43-662-87 42 27 83
mozartmuseum@mozarteum.at

Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 09:00 - 20:00
Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Stiftung Mozarteum Salzburg

Stiftung Mozarteum Salzburg


Schwarzstr. 26, A-5020 Salzburg
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Großer Saal & Wiener Saal

Mag. Reinhard Haring
Vermietung, Disposition
Tel. +43 (0) 662 889 40 22
E-Mail: haring@mozarteum.at

Bibliotheca Mozartiana

Dr. Armin Brinzing
Bibliotheca Mozartiana (Leitung)
Tel: +43 (0) 662 889 40 13
Fax: +43 (0) 662 889 40 50
E-Mail: brinzing@mozarteum.at

Aktuelle Meldungen

02.12. 2016
Fahrlässige oder vorsätzliche Fehldeutung? Ein „wiederentdecktes“ Flötenkonzert „von Mozart“

Ein Flötenkonzert in D-Dur von Johann Baptist Wendling wurde der musikalischen Welt von der Flötistin Şefika Kutluer und dem Tutti-Mozart-Orchester unter der Leitung von Vinicius Kattah wider besseren Wissens als Werk von Wolfgang Amadé Mozart vorgestellt. Alles, was über das Stück bekannt ist, ist eine kurze Erwähnung in einem Mozart-Brief aus Mannheim an seinen Vater vom 22. November 1777. In diesem Brief berichtet Mozart, er habe an einer Probe eines Flötenkonzerts von Johann Baptist Wendling teilgenommen, „zu welchen ich ihm die instrumenti gesezt habe“. Diese Instrumentierung, ein Freundschaftsdienst Mozarts und keine größere kompositorische Leistung, gilt als verschollen, ist aber im Köchel-Verzeichnis seit der dritten Auflage von 1937 unter KV 284e als „Instrumentierung eines Flötenkonzerts von Johann Baptist Wendling“ angeführt.

In einem Promotion-Video (hier klicken) behauptet Kattah, dass KV 284e vor Kurzem vom brasilianischen Flötisten James Strauss in der Schweiz wiederentdeckt wurde und dass Tutti Mozart nach Analyse der Musik und Gedankenaustausch mit „allen Mozart-Experten“ die These vertrete, dass es sich hierbei tatsächlich um Mozarts KV 284e handelt. Die Vermarktung dieses Fundes ist reißerisch und aus den folgenden Gründen unseriös:

1. Das hier zur Diskussion gestellte Wendling-Konzert ist keineswegs eine Neuentdeckung, sondern es ist Wendling- und Mozart-Forschern mindestens seit dem Jahre 1999 bekannt, als es von der australischen Flötistin Emily Gunson in ihrer Doktorarbeit über Johann Baptist Wendling diskutiert wurde. Das Konzert ist dort als GUN 20 aufgeführt. Bei der Untersuchung eines potenziellen Zusammenhangs mit KV 284e kam Gunson seinerzeit zu dem Schluss, dass die „Bläserstimmen dieses Konzerts (von 1778) keinen besonderen Wert haben, der deren Zuweisung [an Mozart] rechtfertigen würde. Daher muss das mit diesem Ereignis in Verbindung stehende Wendling-Konzert am ehesten als verloren gelten, oder die zusätzliche Instrumentation von Mozart (KV 284e) ist nicht erhalten geblieben“ (Gunson 1999, S. 180f.).
2. Die einzige bekannte Quelle für dieses Konzert findet sich in der Universitätsbibliothek von Lund in Schweden. Dass Herrn Kattah keine andere Quelle „aus der Schweiz“ vorgelegen hat, zeigt sich an einer Einblendung der Quelle im Werbevideo, die eindeutig den Bibliotheksstempel der schwedischen Bibliothek zeigt.
3. Die Formulierung „nach dem Austausch von E-Mails mit allen Mozart-Experten“ suggeriert, dass diese Mozart-Experten Herrn Kattah ermutigt hätten, seine Idee weiter zu verfolgen. Das Gegenteil ist der Fall: In einer E-Mail vom 2. September 2016 wurde Herr Kattah von der Stiftung Mozarteum Salzburg mitgeteilt, dass die Behauptungen unzureichend fundiert sind.
Die Stiftung Mozarteum protestiert deshalb ausdrücklich gegen die missbräuchliche Verwendung von Bildern des Mozart-Briefs vom 22. November 1777, die ohne Angabe der Quelle im Werbevideo verwendet wurden. Ebenso wenig wurde um Erlaubnis zur Nutzung der Bilder angesucht, die ursprünglich auf der Website der Stiftung Mozarteum im Rahmen der Online-Edition von Mozart-Briefen und -Dokumenten veröffentlicht sind (http://dme.mozarteum.at/DME/main/cms.php?tid=110&sec=briefe&l=&l=1). Diese Verhaltensweise ist umso dreister, als Herr Kattah in der E-Mail vom 2. September 2016 ausdrücklich aufgefordert wurde, jeden Eindruck zu vermeiden, dass die Stiftung Mozarteum in diese angebliche „Entdeckung“ in irgendeiner Weise involviert sei. 

1. Das hier zur Diskussion gestellte Wendling-Konzert ist keineswegs eine Neuentdeckung, sondern es ist Wendling- und Mozart-Forschern mindestens seit dem Jahre 1999 bekannt, als es von der australischen Flötistin Emily Gunson in ihrer Doktorarbeit über Johann Baptist Wendling diskutiert wurde. Das Konzert ist dort als GUN 20 aufgeführt. Bei der Untersuchung eines potenziellen Zusammenhangs mit KV 284e kam Gunson seinerzeit zu dem Schluss, dass die „Bläserstimmen dieses Konzerts (von 1778) keinen besonderen Wert haben, der deren Zuweisung [an Mozart] rechtfertigen würde. Daher muss das mit diesem Ereignis in Verbindung stehende Wendling-Konzert am ehesten als verloren gelten, oder die zusätzliche Instrumentation von Mozart (KV 284e) ist nicht erhalten geblieben“ (Gunson 1999, S. 180f.).

2. Die einzige bekannte Quelle für dieses Konzert findet sich in der Universitätsbibliothek von Lund in Schweden. Dass Herrn Kattah keine andere Quelle „aus der Schweiz“ vorgelegen hat, zeigt sich an einer Einblendung der Quelle im Werbevideo, die eindeutig den Bibliotheksstempel der schwedischen Bibliothek zeigt.

3. Die Formulierung „nach dem Austausch von E-Mails mit allen Mozart-Experten“ suggeriert, dass diese Mozart-Experten Herrn Kattah ermutigt hätten, seine Idee weiter zu verfolgen. Das Gegenteil ist der Fall: In einer E-Mail vom 2. September 2016 wurde Herr Kattah von der Stiftung Mozarteum Salzburg mitgeteilt, dass die Behauptungen unzureichend fundiert sind.

Die Stiftung Mozarteum protestiert deshalb ausdrücklich gegen die missbräuchliche Verwendung von Bildern des Mozart-Briefs vom 22. November 1777, die ohne Angabe der Quelle im Werbevideo verwendet wurden. Ebenso wenig wurde um Erlaubnis zur Nutzung der Bilder angesucht, die ursprünglich auf der Website der Stiftung Mozarteum im Rahmen der Online-Edition von Mozart-Briefen und -Dokumenten veröffentlicht sind (hier klicken). Diese Verhaltensweise ist umso dreister, als Herr Kattah in der E-Mail vom 2. September 2016 ausdrücklich aufgefordert wurde, jeden Eindruck zu vermeiden, dass die Stiftung Mozarteum in diese angebliche „Entdeckung“ in irgendeiner Weise involviert sei. 


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