Mozarts Geburtshaus

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Getreidegasse 9, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-84 43 13
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Öffnungszeiten

Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 08:30 - 19:00
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Mozart-Wohnhaus

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Makartplatz 8, A-5020 Salzburg
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Tel.: +43-662-874227-40
Fax: +43-662-87 42 27 83
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Täglich: 09:00 - 17:30
Juli und August: 09:00 - 20:00
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Stiftung Mozarteum Salzburg

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Schwarzstr. 26, A-5020 Salzburg
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Großer Saal & Wiener Saal

Mag. Reinhard Haring
Vermietung, Disposition
Tel. +43 (0) 662 889 40 22
E-Mail: haring@mozarteum.at

Bibliotheca Mozartiana

Dr. Armin Brinzing
Bibliotheca Mozartiana (Leitung)
Tel: +43 (0) 662 889 40 13
Fax: +43 (0) 662 889 40 50
E-Mail: brinzing@mozarteum.at

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16.02. 2016
Verloren geglaubtes Mozart-Werk für Nancy Storace wiederentdeckt

Der deutsche Musikwissenschaftler und Komponist Timo Jouko Herrmann hat in den Beständen des Nationalmuseums in Prag eine verloren geglaubte Vokalkomposition von Wolfgang Amadé Mozart aus dessen Wiener Zeit wiederentdeckt.

Im Sommer 1785 erlitt die gefeierte Opernsängerin Nancy Storace (später Mozarts erste Susanna in Le nozze di Figaro) eine Stimmkrise und musste ihre Karriere als Sängerin der Wiener Hofoper für mehrere Monate unterbrechen. Anlässlich ihrer Wiedergenesung komponierten Wolfgang Amadé Mozart, sein Kollege und Konkurrent Antonio Salieri und ein Herr Cornetti gemeinschaftlich ein Freudenlied Per la ricuperata salute di Ofelia auf einen Text von Lorenzo Da Ponte. Aus Zeitungsanzeigen war zwar bekannt, dass Kopien dieses Freudenliedes beim Musikhändler Artaria in Wien angeboten wurden, doch konnte bislang kein einziges Exemplar davon nachgewiesen werden. Selbst der Textbeginn der Dichtung war nicht bekannt.

Bei Recherchen zu Antonio Salieri in den Beständen des Tschechischen Museums für Musik, welche derzeit schrittweise in den Onlinekatalog des Nationalmuseums in Prag integriert werden, fand der Musikwissenschaftler und Komponist Timo Jouko Herrmann ein Exemplar des Textdrucks, eine 30-strophige Dichtung des Wiener Hofpoeten Lorenzo Da Ponte, die mit den Worten „Lascia la greggia, o Fillide“ beginnt. Ungewöhnlicherweise sind dem Librettodruck, der von dem Wiener Hofbuchdrucker Joseph von Kurzböck hergestellt wurde, auch die Vertonungen von Mozart, Salieri und Cornetti beigegeben, allerdings nur in einer Art Klavierauszug, der aus der Singstimme und dem instrumentalen Bass besteht. Herrmann, der mit einer Arbeit zu den deutschsprachigen Opern von Mozarts Opernrivalen Salieri promoviert hat, hat die Bedeutung seines sensationellen Fundes sofort erkannt und darüber am 10. Januar 2016 erstmals in der Schwäbischen Zeitung berichtet.

Da Pontes Verse erzählen im Stil altitalienischer Schäferdichtung die Geschichte der viermonatigen Krankheit von Storace. Der Titel der Dichtung verweist auf deren Rolle als erste Ofelia in Salieris Oper La grotta di Trofonio, die im Herbst 1785, ein halbes Jahr vor Mozarts Figaro, im Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde. Die Premiere von Salieris Oper war ursprünglich bereits für Juni im kaiserlichen Hoftheater in Laxenburg geplant, musste aber wegen der Erkrankung der Sängerin verschoben werden.

Der Klavierauszug im Textdruck gibt einen ersten Eindruck von der Gelegenheitskomposition, die ursprünglich offenbar als eine kleine Kantate für Singstimme und Instrumente konzipiert war. Eine Ausgabe des Werkes wird zur Frankfurter Musikmesse 2016 beim Friedrich Hofmeister Verlag Leipzig erscheinen. Mozarts Beitrag zur Komposition beginnt mit dem Vers „Quell’ agnelletto candido“ und umfasst 36 Takte. Eine erste Präsentation der Komposition in ihrer durch den Druck von 1785 überlieferten Gestalt und in einer behutsamen Rekonstruktion durch den Finder soll Ende Februar in Zusammenarbeit mit dem Verlag Friedrich Hofmeister in der Stiftung Mozarteum Salzburg erfolgen. Die kleine Komposition bildet einen wichtigen Mosaikstein für das Verständnis von Mozarts Wiener Zeit, belegt sie doch deutlich, dass er mit Antonio Salieri in einem freundschaftlichen Verhältnis stand. Salieri steht durch die im Wahn ausgesprochene, später mehrfach widerrufene Behauptung, er habe Mozart vergiftet, bis heute in Verruf.

Im Köchel-Verzeichnis, dem Verzeichnis der Kompositionen von Wolfgang Amadé Mozart, ist das Werk seit der dritten Auflage von 1937 als KV 477a geführt – bislang noch als ein verschollenes Werk. Die Neuerkenntnisse, die sich aus diesem unerwarteten Quellenfund ergeben, werden bei der Neuausgabe des Köchel-Verzeichnisses, dessen Druckfassung derzeit an der Stiftung Mozarteum Salzburg vorbereitet wird, berücksichtigt. Mozart hat mehr als 600 Werke komponiert, von denen die meisten erhalten geblieben sind. Allerdings sind selbst aus seinen Wiener Jahren fast ein Dutzend Werke, überwiegend Lieder und andere Gelegenheitskompositionen, nachgewiesen, deren Musik heute nicht mehr greifbar ist.       


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